Categoría : Übersetzungen / Traducciones

Anmeldung zur Übersetzungswerkstatt – noch bis zum 15.10.!

Lust hinter die Kulissen literarischer Übersetzungen zu schauen?
Dann meldet euch noch bis zum 15.10. für die Operación Tetrapack Übersetzungswerkstatt SPANISCH an, die im Rahmen des diesjährigen Berliner STADTSPRACHEN-Festivals stattfindet!

Gemeinsam mit der Autorin María Cecilia Barbetta und der Übersetzerin Rike Bolte wird an spanischen Texten gebastelt, die im Dezember in einer finalen Lesung vorgestellt werden.

WO?
Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg / Pablo-Neruda-Bibliothek, Frankfurter Allee 14a, 10247 Berlin, Veranstaltungsraum EG

WANN?
Freitag, 28. Oktober 2016, 12h

ANMELDUNG?
Rike Bolte

Foto: Capella
Foto: Capella
Foto: Jürgen Bauer
Foto: Jürgen Bauer

Angélica Freitas: Rilke Shake

Von Odile Kennel

Man nehme einen Schuss Morgenstern, füge einen Hauch Bishop hinzu, vermische das Ganze mit einer ordentlichen Portion Lopes, schüttle kräftig, gebe ein Becherchen Pimenta bei, schmecke es mit einem Tropfen Vian und einer Prise Rühmkorf ab, und fertig ist der Rilke Shake, den man am Besten in einem Café der Rive Gauche mit Gertrude Stein zu sich nimmt. Aber Vorsicht: Kann sein, dass Alice plötzlich auftaucht!

Als der Debütband der brasilianischen Dichterin Angélica Freitas 2007 in der Reihe „ás de colete“ des brasilianischen Verlags Cosac Naify erschien, erregte er sogleich Aufmerksamkeit. Denn hier kümmerte sich jemand dezidiert nicht um den poetischen guten Ton, Contunuar leyendo

Odile Kennel sobre traducción

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(Foto, gentileza de Rike Bolte)


TrasLados: ¿Somos todos del mismo barrio?

En tiempos de las nuevas corrientes poéticas, influenciadas por los medios digitales y otras innovaciones, cabe entrevistarse con un antiguo método que hace de la poesía una vez más un idioma universal: la traducción. ¿Es realmente posible trasladar un poema de la orilla de su origen a la orilla de otra cultura y otra lengua? ¿Hay algo que se gane con esta travesía, qué es lo que se pierde? ¿Cómo funcionan, precisamente, las traducciones desde el campo poético hacia aquel de los medios visuales? Los y las poetas Silvana Franzetti (Argentina), Hernán Bravo Varela (México), Rery Maldonado (Bolivia/Alemania) y Odile Kennel (Alemania), intercambiarán sus ideas al respecto de este sutil acto de la creación y recreación literaria, que convierte a la poesía en un barrio a compartir entre las culturas y que en sí mismo es ya un acto poético.

Cuando leí el texto que nosotros recibimos para la preparación de esta charla, la primera pregunta que me vino a la cabeza fue: ¿pero qué es la orilla de acá y qué es la orilla de allá? Depende de donde estámos en el momento, no? Y no siempre es tan fácil saber donde estamos en el momento, no? Sobretodo cuando se trata de tratar con idiomas differentes. Porque los idiomas no son nada estable, les gusta moverse, dentro de la cabeza, entre los hablantes, dentro de los textos y, last but not least, entre si mismos… Yo por ejemplo tengo una lengua materna, la francesa, y otra de escritura, la alemana, y cuando mis poemas fueron traducidos al francés por primera vez (por Olivier Lelay y Guillaume Faillard), no sólo fue un gran regalo para mi (y un “régal” en frances), sino los incluí luego en mis recitales: me gusta mucho leerlos, ya forman parte de mí, ya no sé cual es la orilla de acá y cual la de allá. Sin olvidar por eso el arte y el trabajo que invertieron los traductores.
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Neues aus der parasitenpresse (Oktober 2007)

Neuerscheinung

Als Band 05 in der Reihe paradosis erscheint Ende Oktober:
Damián Ríos: Gedichte.
Aus dem Spanischen übertragen von Timo Berger und Tom Schulz, 18 S., EUR 7,- (paradosis 05)

“Mein Rücken: zeichnet sich ab
fraktal in dem Stück Himmel, gespiegelt
in jenem Fenster mit den heruntergelassenen
Jalousien, seitdem der Winter winterlich kam
Und das Kioskmädchen ihre Strümpfe
aufrollt in den Disneyfarben vom Kaufmarkt.”

(aus dem Band)

Damián Ríos, geb. 1969 in Concepción del Uruguay/ Argentinien, lebt seit 1991 in Buenos Aires und gilt als einer der Hauptvertreter des „Realismo sucio”, eines „schmutzigen Realismus“, der Mitte der 90er Jahre in der Lyrikszene Argentiniens unter dem Eindruck der Krisen in Wirtschaft und Politik entstanden ist. Er veröffentlichte die Gedichtbände La pasión del novelista (1998), De costado (1999), Poemas perros (2001), Habrá que poner la luz (2003) und El perro del poema (2004).

Der Band ist ab sofort direkt bei bestellbar bei der parasitenpresse
Adresse: parasitenpresse / bei Knithaki / Richard-Wagner-Str. 18 / D-50674 Köln
Homepage: parasitenpresse

Poesiefestival Latinale

Damían Ríos ist in den nächsten Tagen in Deutschland unterwegs. Das mobile lateinamerikanische Poesiefestival LATINALE, das ihn importiert hat, macht Station in Berlin (27.10.), Köln (30.10.), Berlin (1.+2.11.), Potsdam (3.11.), Leipzig (5.11.), Berlin (6.11.) und Hamburg (7.11.). Genaue Infos über Orte, Zeiten und lesende Autor/innen gibt es unter hier.

Über das Übersetzen von Rocío Cerón

Rocíos Gedichte sind wie barocke Fresken voller Risse und Sprünge. Wir versuchen sie zu entziffern, die verschwommenen Zeichen, und klammern uns dabei an die versprengten Bilder, die sichtbar werden, nachdem wir die Sätze gedreht und gewendet haben, den Sinn in der Doppelbedeutung gesucht und schließlich im Wort belassen haben, versuchen die Brüche in der Übertragung ins Deutsche zu kitten, bis wir merken, wir gehen zu weit. Das ist vielleicht das Schwierigste bei Rocío: den Riß zu denken und deutsch zu verdichten.

Simone Zittel und Tom Schulz

Odile Kennel übersetzt Douglas Diegues (II)

Odile schreibt über ihre laufende Übersetzerinnentätigkeit:

Bei Douglas Diegues stößt man leicht an die Grenze des … nicht Machbaren, aber … Umsetzbaren. Sein Portunhol ist ja kein Stilmittel in dem Sinn, sondern (durchgehend
und offenbar im Alltag (?), zumindest schriftlich benutzte) Sprache. Am ehesten entspräche dem das Deutsch-Türkisch, der fliegende Wechsel zwischen den zwei Sprachen, wie es Leute der jüngeren Generation oft sprechen (wobei das wiederum vorwiegend mündlich ist?); gelegentlich wende auch ich fliegenden Wechsel (z.B. mit meiner Schwester) an, bei einzelnen Wörter, die mir präziser auf frz. oder dt. scheinen … aber im Unterschied zum Portunhol, das von Portugiesischsprachlern und Spanischsprachlern zu verstehen ist, wäre das für monodeutschsprachiges Publikum nicht verstehbar. Also. Alles, was ich daraus mache, hat Ausnahmecharakter. Und das wirkt irgendwann etwas bemüht. Also schaue ich von Gedicht zu Gedicht, was mir passend erscheint. Bei “juego empatado” zum Beispiel habe ich Denglisch genommen. “Cosas” würde ich wieder badisch-deutsch machen, da es den “Viechern” so ähnelt. Etc. etc.

Timo Berger übersetzt Fabián Casas

Timo Berger schreibt über seine laufende Übersetzertätigkeit:

Immer wieder schön, die Gedichte von Fabián Casas aus Argentinien zu lesen. Für die latinale habe ich jetzt eines sehr frühesten Gedichte herausgekramt und gerade, im Garten der Villa Deciusa, Krakau, sitzend, eine alte Übersetzung noch mal überarbeitet. Herausgekommen ist dabei, folgendes Gedicht, das in wenigen Worten die Poetik von Casas zusammenfasst… Understatement, Timing und ein Gefühl für Pointen. Casas ein Pop-Poet?

Bahnübergang in Chacarita

Die Kinder legen Münzen auf die Gleise,
betrachten den vorbeifahrenden Zug, der Menschen
irgendwohin bringt.
Dann rennen sie und klauben
die zwischen Rädern und Stahl geplätteten Münzen auf.
Sie lachen, legen mehr
auf die gleichen Gleise
und warten auf den nächsten Zug.
Nun, das ist alles.

Ein weiteres Gedicht von Fabián Casas findet ihr hier.

Odile Kennel übersetzt Douglas Diegues

douglasdiegues Douglas Diegues Odile schreibt über ihre laufende Übersetzerinnentätigkeit:

Olà! Hier eine erste Fassung dessen, was es werden könnte mit dem umgesetzten Portunhol: eine Mischung aus Deutsch, Französisch, knapp daneben geformten “Fremdwörter”, (französisch beeinflusstem) Berlindeutsch. Douglas hält sich keinesfalls an irgendwelche Sonettversmaße, ich also auch nicht. Es handelt sich übrigens, man lernt nie aus, um ein englisches Sonett, formal betrachtet. Drei Quartette und ein Duplex.

Sagt mal, was ihr davon haltet:

Douglas Diegues – Wilde Sonette II

Bankrott partout Querelen crac falsche croc Kalküle
Unsicherheit crec Zinsen nix mehr boulot cric Verzweiflung
Dollar barbarische Reverie croc croc aus Papier Moneten
Steuern Pressionen cruc cruc cruc Durchschlagkraft

Umlegung der Kosten crac cric d’accord zur Haushaltsanpassung
Dollar klettert auf über 86 Monate crec croc passé die Zeit
zu zahlen rien ne va plus crac crec cruc sich zu tuschieren
Valuta oblige croc Anpassung cric des Finanzrahmens

Sturz der Lebensmittelpreise cric Millionen croc Palaver crec croc Erfolg
Sackgasse cruc Detresse
keine Wahl crac croc Reformen
Perkussion cric auf die Preise

plötzlich surprise Novemberbewegung crec Geplörre cruc Befruchtung croc Stöhnen
le monde crec cruc wird geboren partout ohne esprit von Profit

Das Original-Gedicht in Portunhol findet Ihr übrigens hier.