Das grüne Schweben

Rike Bolte schreibt vom Titicaca-See und die Poesie
auf Aymara

Zweite leuchtende Stadt, staubige Perle am Titicaca-See: Puno. Hier kann das Fieber zuschlagen, Puno liegt beinahe auf 4000 Metern Höhe. Ich beginne zu schweben, der See ist eine optische Täuschung, eine blinkende Surrealität. Von der Altiplano-Landschaft löst sich Energie in vibrierenden Schüben. Auf dem Wasser die von den Uro-BewohnerInnen geflochtenen Inseln. Das Grün flotiert, fluoresziert, flirrt; ich höre zum ersten Mal Aymara sprechen. Riccardo Badini, der Übersetzer Domingo de Ramos ins Italienische, begibt sich jenseits der touristisch besetzten Inseln auf die Suche nach den Gesängen der Schmananen. Ich wiederum suche in Puno abends die “Casa del Corregidor” auf, sie beherbergt einen Fairtrade-Laden, die “Casa del Comercio Justo”, und die Bohème der Stadt. Ich frage die Leiterin nach der Dichtung in Puno und ob auch auf Aymara geschrieben würde. Sie nickt, ich hinterlasse meine e-mail-Adresse. Die Dichter selbst kann ich nicht mehr treffen, da mein Bus nach La Paz geht und ich zu spät von den Inseln wieder gekommen bin.

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